Wenn ein Angehöriger zu Hause gepflegt werden soll, gibt es viele Dinge gleichzeitig zu bedenken. Diese Checkliste bietet eine strukturierte Orientierung für die wichtigsten Schritte – zum Abhaken oder als Grundlage für ein Gespräch mit der Familie.
1. Gesundheitliche Situation klären
- Ärztliche Einschätzung zur aktuellen Situation und Prognose einholen
- Diagnosen, Medikationsplan und relevante Befunde zusammenstellen
- Klären, ob Behandlungspflege (z. B. Wundversorgung, Medikamentengabe) nötig ist
2. Pflegegrad beantragen
- Formlosen Antrag bei der Pflegekasse stellen
- Pflegetagebuch über einige Tage führen
- Sich auf die Begutachtung durch den Medizinischen Dienst vorbereiten
3. Die akute Versorgung sichern
- Prüfen, ob und wie oft ein ambulanter Pflegedienst benötigt wird
- Benötigte Hilfsmittel identifizieren und beantragen (z. B. Pflegebett, Rollator)
- Hausnotrufsystem in Betracht ziehen
4. Wohnraum anpassen
- Wohnung auf Stolperfallen und Sicherheitsrisiken prüfen
- Notwendige bauliche Anpassungen planen (z. B. barrierearme Dusche)
- Zuschuss für wohnumfeldverbessernde Maßnahmen beantragen
5. Finanzielle Ansprüche klären
- Pflegegeld, Sachleistungen oder Kombinationsleistung prüfen
- Entlastungsbetrag für Alltagshilfen nutzen
- Verhinderungspflege und Kurzzeitpflege als Entlastungsoptionen kennen
6. Die Familie einbeziehen
- Aufgaben und Verantwortlichkeiten innerhalb der Familie klären
- Regelmäßige Updates für entfernt lebende Angehörige einplanen
- Vorsorgevollmacht und Patientenverfügung prüfen bzw. aktualisieren
7. Netzwerk aufbauen
- Ärzte, Therapeuten und Pflegedienst koordinieren
- Ansprechpartner und Kontaktdaten zentral dokumentieren
- Austausch mit anderen betroffenen Familien oder Selbsthilfegruppen suchen
8. Sich selbst nicht vergessen
- Eigene Belastungsgrenzen realistisch einschätzen
- Entlastungsangebote frühzeitig nutzen, statt bis zur Erschöpfung zu warten
- Bei Bedarf professionelle Unterstützung bei der Organisation holen
Wie wir helfen
Statt diese Checkliste allein abzuarbeiten, erstellen wir gemeinsam mit Ihnen einen individuellen Pflege-Fahrplan und übernehmen die konkrete Umsetzung. Mehr dazu auf unserer Seite Situationsanalyse & Pflege-Fahrplan.
Das Wichtigste in Kürze
- Klären Sie zuerst die gesundheitliche Situation und den Pflegegrad.
- Sichern Sie die akute Versorgung, bevor Sie langfristig planen.
- Prüfen Sie Wohnraumanpassung und finanzielle Ansprüche parallel.
- Beziehen Sie die Familie aktiv ein und dokumentieren Sie Zuständigkeiten.
- Vergessen Sie Ihre eigenen Belastungsgrenzen nicht.
GemsLeben
Unser Team begleitet Familien in der Lausitz und deutschlandweit bei der Organisation der Pflege – persönlich, unabhängig und verständlich.